Persönliche Schutzausrüstung

 

 
Einsatzkleidung  
Ein Feuerwehrmann schützt sich mit seiner Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) vor den äußeren Gefahren einer Einsatzstelle. In jedem Einsatz er trägt einen "Grundschutz". Dazu gehören:
  • Schutzanzug
  • Sicherheitsschuhwerk
  • Schutzhelm
  • Schutzschuhe

Aufbau und Ausstattung bleiben den einzelnen Herstellern überlassen. Die Schutzwirkung der einzelnen Teile müssen jedoch der EU-Norm entsprechen. Nicht genormt ist dabei die Farbe, wie fälschlicherweise oft angenommen wird.

Die Notwendigkeit ist in Unfallverhütungsvorschriften der Feuerwehren festgelegt.

 

 

Einsatzkleidung mit Atemschutz

 
Unter Atemschutz versteht man jede Handlung, die darauf zielt, schädliche Einflüsse die über die Atmung in den menschlichen Körper gelangen können, fernzuhalten. Sind in der Umgebungsluft Atemgifte oder Infektionserreger vorhanden oder reicht der Luftsauerstoff nicht aus, ist ein geeignetes Atemschutzgerät zu verwenden.

Dies kann z. B. bei Angehörigen der Feuerwehr der Fall sein, oder bei Personen, die beruflich mit Atemgiften in Berührung kommen.

Man unterscheidet zwischen:

  • umluftunabhängigen Atemschutz und
  • umluftabhängigen Atemschutz

Es gibt daher verschiedene Arten von Atemschutzgeräten.

Bei Brandbekämpfung ist der Atemschutz ein wesentlicher Bestandteil des Eigenschutzes geworden. Dementsprechend gut muss die Schulung der Atemschutzgeräteträger sein und eine zuverlässige Wartung der Geräte erfolgen. Dadurch ist dieses Sachgebiet finanziell ein sehr aufwendiges für diese Hilfsorganisationen geworden. Denn nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Folgekosten müssen berücksichtigt werden. Einerseits sind die Geräte regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu erneuern, andererseits ist auch die medizinische Tauglichkeit der Träger in bestimmten Abständen zu überprüfen.

 

 

Hitzeschutzbekleidung

 
Hitzeschutzbekleidung oder Hitzeschutzanzüge (HSA) dienen dem Schutz von Personal vor extremer Hitzestrahlung (Thermische Risiken), etwa Feuerwehreinheiten bei sehr heißen Bränden. Hitzeschutzkleidung soll vor thermischen Risiken schützen.

Thermische Risiken sind Flammen, Kontakthitze, Strahlungshitze, Funken feuerflüssige Medien, und heiße Gase und Dämpfe. Die Schutzwirkung der Kleidung muss während der Einwirkung erhalten bleiben, das heißt, die Kleidung muss selbst verlöschend sein, sie darf nicht schmelzen und nicht schrumpfen. Bei Temperaturen über 45°C werden Schmerzen, bei Temperaturen über 55°C Verbrennungserscheinungen hervorgerufen. Die Kleidung muss also möglichst lange dafür sorgen, dass die Temperatur direkt auf der Haut 45°C nicht überschreitet.

Hitzeschutzbekleidung besteht aus einem mehrlagigen isolierenden Innenanzug (meist Aramide, Imide oder Duromere) und einer Metallbeschichtung (meist aluminiumbedampft), die die Hitzestrahlung vom Körper fern hält. Umgangssprachlich wurde auch oft vom Asbestanzug gesprochen, nach einer früheren Form. Der HSA hat normalerweise eine goldbedampfte Sichtscheibe.

Einsatzbereiche für den Schutzanzug der Feuerwehr wären alle Lagen mit ungewöhnlich starker Wärmestrahlung, beispielsweise Brände in Chemiefabriken, an Ölförderanlagen oder Tank-/Kesselwagen. Prinzipiell könnte der Hitzeschutz auch beim Brandangriff bzw. zur Personenrettung eingesetzt werden.

Bei der Feuerwehr wird dieser "silberne" Hitzschutz in drei Formen eingesetzt:

  • Form I: Handschuhe mit Stulpen und Kopfschutzhaube (heute nur noch selten zu finden)
  • Form II: Mantel mit integrierter Kopfschutzhaube und Handschuhen
  • Form III: ein- oder zweiteiliger Ganzkörperanzug mit integrierter Kopfschutzhaube, Handschuhen und Füßlingen.

 

 

Schnittschutzbekleidung

 
Ein Schnittschutzanzug ist eine Schutzbekleidung für Arbeiten mit der Kettensäge und soll vor Verletzungen im Körperbereich schützen. In die Schnittschutzhose ist vom Knöchel bis an die Hüfte zwischen den äußeren und inneren Hosenstoffen eine Schicht aus lose verwebten, sehr langen, feinen, reißfesten Fäden eingearbeitet bzw. nur eingelegt.

Bei Berührung zerschneidet die Kette der Kettensäge den Oberstoff und nimmt aus der Schutzschicht die Fäden auf, die sich dann um das Antriebsrad der Kettensäge wickelt und die Maschine in Sekundenbruchteilen zum Stehen bringt.

Sie besteht aus:

 
  • Waldarbeiterhelm mit Gehör- und Augenschutz
     
  • Feuerwehrschutzjacke
     
  • Schnittschutzhose
     
  • Feuerwehrsicherheitsstiefel mit Stahlkappe
     
  • Handschuhe

 

 

Ölschutzanzug

 
Bei der Bekämpfung großer Mengen austretenden Öls oder anderen, brennbaren Flüssigkeiten, sollten sich die Einsatzkräfte davor schützen. Dabei wird der Ölschutzanzug verwendet.
 
Das Material des Anzuges ist im Gegensatz zu anderer Einsatzkleidung leicht von Öl zu reinigen. Zudem ist er auch schwerentflammbar.
 
Beispielsweise bei einem Tankwagenunfall, wo über ein Leck größere Mengen an Öl, Benzin, etc. austritt, sind die Anzüge unabdingbar, da sich die normale PSA mit dem Schadstoff voll saugen würde und der kleinste Funken die Kleidung entzünden.
 
Unter Umständen ist zusätzlich noch Atemschutz zu tragen; die Lochmaske des Anzuges ist nur ein Flammschutzgitter, welche nur bei einer schlagartigen Entzündung das Durchschlagen der Flammen zum Gesicht verhindert.

Er besteht aus:

  • Kopfhaube mit Sichtgitter
  • Schulterschutz
  • Latzhose
  • Gummihandschuhe
  • Gummistiefel

 

 

Imkeranzug

 
Der Imkeranzug wird beim Kontakt mit Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen angelegt, wenn diese Tiere eingefangen oder umgesiedelt werden sollen. Da fast alle diese Tierarten unter Naturschutz stehen, muss besonders schonend und damit zeitaufwendig mit ihnen umgegangen werden. Um den Träger bei seiner Arbeit vor Stichen zu schützen, besteht der Anzug aus einem feinmaschigen, imprägnierten Gewebe. Der Gesichtsbereich ist durch ein engmaschiges Gitter verdeckt. Je nach Ausführung des Anzuges trägt der Feuerwehrmann zusätzlich seinen leichten Schutzanzug und dicke Lederhandschuhe.
 

Wathose mit Schwimmweste

 
Eine Wathose ist ein Kleidungsstück, das von der Feuerwehr dazu verwendet, in trockener Kleidung längere Zeit in Gewässern zu arbeiten. Die Wathose besteht dabei aus einem Teilkörperanzug aus Nylon oder Neopren, der entweder bis zur Hüfte oder bis zur Brust den Körper vor Wasser schützt. An den Beinen ist die Wathose fest und wasserdicht mit Gummistiefeln vernäht bzw. verschweißt. Am oberen Ende der Wathose ist meist ein Gummizug angebracht, damit kein Spritzwasser ins trockene Hoseninnere gerät.

Die Schwimmweste ist bei Einsätzen an Gewässern unabdingbar und verhindert ein Versinken von Personen auch mit Kleidung und Ausrüstung.